Lutherweg 1521von Worms nach Eisenach (2021-2025)
Ca. 370 abwechslungsreiche Kilometer warten auf Pilger*innen und Wandernde. Nach dem Start in Worms und ca. 45 km durch Rheinhessen, wechselt der Lutherweg 1521 nach Oppenheim bei Kornsand die Rheinseite und führt in Hessen durch das Ried, das Stadtgebiet von Frankfurt, die Wetterau, entlang der nordwestlichen Ausläufer des Vogelsbergs, durch Waldhessen und den Seulingswald an die Werra. Wie schon Martin Luther 1521, überquert der Lutherweg bei Berka die Werra und nach ca. 20 km durch Thüringen ist das Ziel, die Wartburg, erreicht.
Martin Luther folgte im Frühjahr 1521 mit großer Wahrscheinlichkeit der historischen Route der "Kurzen Hessen". Über die genaue Route Martin Luthers und seiner Begleiter von Eisenach nach Worms und zurück weiß man recht wenig. Es ist nicht klar, ob es hin und zurück dieselbe Route gewesen ist, oder ob er - es ging schließlich um Leben und Tod - unterschiedliche Strecken gewählt hat. So gesehen handelt es sich beim Lutherweg 1521 vielleicht um einen wirklich „neuen Weg", der pilgernd zum eigenen Weg erden kann.
Heute liegen an der Pilgerroute insgesamt 39 selbständige Städte und Gemeinden und sie berührt landschaftlich reizvolle Abschnitte, kultur- u. kirchengeschichtlich markante Orte, Kirchen und Klöster.
https://www.lutherweg1521.de/
Wir haben den Lutherweg in 17 Etappen eingeteilt und unsere erste "Luthertour" vom Kornsand nach Trebur haben wir als Schleife gemacht. Damals, im Jahr 2021, wussten wir noch nicht, dass wir tatsächlich den gesamten Lutherweg laufen werden, das haben wir erst bei unserer 3. Tour - der offiziell 1. des Lutherweges ab Worms- entschieden. Die ersten Etappen waren noch gut mit einer Tagestour zu verbinden, aber ab Grünberg mussten dann Übernachtungsmöglichkeiten her, da war die Anreise für eine Etappe dann doch zu weit. Die Stadtabschnitte in und um Frankfurt fanden wir nicht so toll und insgesamt sind die einzelnen Touren nicht so spektakulär, aber Luther wollte ja von A nach B und war mit Sicherheit nicht auf der Suche nach Highlights😉. Bisher hat mir die Strecke Ermenrod-Alsfeld am besten gefallen. Am 22.01.2024 sind wir in Bad Hersfeld angekommen und es fehlten nur noch 3 Etappen bis zur Wartburg. Leider mussten wir zweimal unsere Pläne ändern und die Tour absagen, aber im September 2025 war es endlich soweit und nach 3 anstrengenden und langen Etappen haben wir am 5. September die Wartburg erreicht.
Wir mussten wieder Übernachtungen einplanen und wir waren auf Bus/Bahn angewiesen - in den Ferien fahren die Busse allerdings nicht, so dass es nicht ganz so einfach war mit der Planung.
Ich kann nicht sagen, dass der Lutherweg eine ideale Wanderung für Genusswanderer ist, die vor allem Wert auf schöne Wege und tolle Landschaften legen. Es war schon manches Mal etwas eintönig und so richtig empfehlen kann ich diese Streckenwanderung nicht. Aber wir waren natürlich bei Ankunft auf der Wartburg am 5. September 2025 trotzdem sehr stolz.
1. Etappe von Worms nach Mettenheim
Wir haben in Worms am Festplatz geparkt und sind zum Start zunächst ins Zentrum gegangen.
Ab dort ging es immer den Schildern nach - also meistens, ab und zu mussten wir auf Komoot nachschauen,
denn insbesondere in der Stadt fehlten viele Schilder. Bis zum Bahnhof gab es schon viele historische
Highlights, einen Teil davon kannten wir bereits vom letzten Worms-Besuch. Die nächsten Meter bis zur
Pfrimm waren nicht so spannend aber schon bald waren wir raus aus der Stadt. Das Schloss Herrnsheim mit dem
schönen Park, die rheinhessischen Weinberge, der Abenheimer Skulpturenweg. Es gab unendlich viel zu entdecken.
In Osthofen haben wir spontanentschieden nicht wie geplant zurück zu fahren sondern noch weiter über Bechtheim nach Mettenheim
zu gehen.
Die letzten Kilometer gingen fast ausschließlich durch die Weinberge.
2. Etappe von Mettenheim nach Nierstein
Wir sind in Mettenheim gestartet, wo wir letzte Woche aufgehört hatten und dann ging es immer den Schilder nach bis nach Nierstein. Ich muss sagen, dass ich angenehm überrascht war von der Strecke, ich hätte sie mir viel eintöniger vorgestellt. Die Weinberge, viele Hohlwege, die Ortschaften, viele Kirchen, schöne Panoramablicke. Es gab eine Menge zu entdecken. In Oppenheim durfte natürlich die tolle Katharinenkirche nicht fehlen. Insgesamt eine sehr schöne Tour, die ich heute tatsächlich etwas anstrengender fand als letzte Woche unsere 30 km Tour. Da wir die ersten beiden Etappen auf der anderen Rheinseite schon gemacht haben, geht es das nächste Mal in Walldorf weiter. Und meine heutigen "außer der Reihe " Highlights: Die Eröffnung der Eissaison in Nierstein, die nette Familie, die uns am Leckbartsheisje einen Likör geschenkt hat und die zufällige Begegnung mit einer Bekannten in Alsheim.
Von Nierstein sind wir mit dem Zug zurück nach Mettenheim.
3. Etappe von Kornsand nach Trebur
Mit den Streckentouren ist ja nicht immer ganz einfach, je nachdem, wie die Verkehrsanbindungen so sind, muss man dann schon deutlich mehr planen als bei den Rundwanderungen. So haben wir unsere erste "Luthertour" als Schleife gemacht. Los ging es am Parkplatz Kornsand und dann über den Großen Goldgrund bei der Hessenaue, die Treburer Unteraue über den Riedweg Richtung Trebur. Vor Trebur sind wir dann aber rechts in die Felder abgebogen, vorbei an den Anglerteichen, durch die Hessenaue zurück zum Rhein. Die Natorampe und den Zeppelingedenkstein haben wir noch mitgenommen, bevor es wieder zum Parkplatz ging. Eine entspannte Tour mit wenigen Höhenmetern, gelb leuchtenden Rapsfeldern und vielen Rehen, Kühen, Störchen und Greifvögeln. Einige waren allerdings zu schnell für die Kamera.
4. Etappe: von Trebur nach Walldorf
Start war an der ev. Kirche in Trebur, wo wir das Auto abgestellt haben. Zunächst sind wir in die Kirche und haben uns einen Lutherstempel geholt, bevor es dann am Schwarzbach entlang Richtung Erdbeerfelder ging. Hier haben wir eine kleine Extraschleife entlang des Schwarzbaches gedreht, weil wir einen Moment nicht aufgepasst haben, als wir die leckeren Erdbeeren bewundert haben. Wir sind dann mehr oder weniger den Beschilderungen gefolgt, in Königsstädten mussten wir allerdings einen Abstecher zur Eisdiele einbauen. Da der Weg an vielen Abschnitten schon sehr breit und heute auch sehr voll war, sind wir ab und zu auf Nebenstrecken ausgewichen. Ich war positiv überrascht von der Tour, ich hatte viel mehr Langeweile befürchtet. Wir haben unheimlich viele Tiere gesehen und beobachtet: Störche, Rehe, Nutrias, Enten und Vögel, deren Name nicht kenne. Die Wege am Schwarzbach waren klasse, Nauheim ist schön.... In Walldorf sind wir in den S-Bahn gestiegen und nach Goddelau zurück. 

5. Etappe: Walldorf nach Bornheim
Weiter ging es auf der hessischen Seite des Lutherwegs 1521. Wir sind in Walldorf am Bahnhof gestartet -
parken ist hier samstags und unter der Woche nicht ganz so einfach, kostenlose Parkplätze sind Mangelware und
häufig braucht man eine Parkscheibe. Los ging es vom Parkplatz zum Bahnhof Richtung Walldorfer Waldsee.
Ziemlich langweilige Kilometer über viel Asphalt. Weiter ging es über Zeppelinheim, Neu-Isenburg nach Sachsenhausen.
Wir hatten nicht genau geplant, wie weit wir laufen, aber als wir dann in Frankfurt Stadtmitte waren, wollte ich
unbedingt noch etwas weiter, damit ich das nächste Mal nicht auf der total überfüllten Zeil starten muss. Also
wollen wir mal so sagen - wenn man nicht vor hat, den Lutherweg komplett zu laufen, dann muss man diese Strecke
nicht machen. Frankfurter Vororte und kilometerlange eintönige Waldpassagen - ich hatte echt Probleme, mich zu
motivieren. Aber nun dürfen wir in Bornheim starten, das sah nett aus heute Abend, aber wir waren zu ko und wollten
nur noch heim. Es gab ein paar schöne Weiher, ein paar schöne Kirchen.
6. Etappe: Bornheim nach Okarben
Unsere 6. Etappe des Lutherwegs - wieder bei herrlichem Wetter. Heute sind wir in Bornheim in der Nähe des
U Bahnhofs Seckbacher Landstraße gestartet, wo man kostenlos und ohne Parkscheibe am Wochenende parken kann.
Vorbei ging es an der Johanniskirche nach Seckbach, Siedlung Heilsberg, Bad Vilbel, Massenheim, Nieder-Erlenbach
und Petterweil nach Okarben. Ab Bad Vilbel wurde der Weg angenehmer, entlang der Nidda, des Erlenbaches, Wiesen
und Felder und sogar ein kleines Stückchen Wald hinter den Pfadfindern. Hier war dann allerdings auch der einzig
matschige Teil der Tour. Ich bin froh, dass wir Frankfurt hinter uns gelassen haben. Das nächste Mal geht es in Okarben
weiter, wo man am Bahnhof zumindest am Wochenende kostenlos parken kann. Heute sind wir mit der S 6 ab
Okarben zur Konstablerwache zurückgefahren (alle halbe Stunde um 26 und 56) und dann mit der U 4 zurück nach
Bornheim. Keine besonders spektakuläre Tour, aber trotzdem mit schönen Eindrücken.
7. Etappe: Okarben nach Friedberg
Die 7. Etappe des Lutherwegs 1521 - heute sind wir am Bahnhof in Okarben gestartet, an dem man kostenlos parken kann.
Über Nieder-Wöllstadt und Ober-Wöllstadt ging es zunächst nach Friedberg. Auch wenn die Kirche geschlossen war, gibt es eine Menge zu sehen, allem voran natürlich die Burg.
In Friedberg kann man sich entscheiden, ob man die Westroute (49 km) über Lich oder die Ostroute über Hungen (41 km) wählt. Wir haben uns für die Westroute entschieden, da dort auf den ersten Blick die Anbindungen an Bus und Bahn besser sind. In Wetterfeld treffen die beiden Wege dann wieder zusammen.
Weiter ging es nach Bad-Nauheim, Ober-Mörlen bis nach Ostheim – unserem geplanten Ziel. Warum bei der Planung 25 km angezeigt waren und es nachher 30 wurden, habe ich noch nicht ganz herausgefunden. Es hat zumindest gereicht, insbesondere weil der permanente kalte Ostwind uns die ganze Strecke begleitet hat und am Ende sogar noch von vorne kam.
Diese Etappe ist nicht gerade ein El Dorado für Naturliebhaber: viel Asphalt, Wege entlang der Straße, durch Industriegebiete – die Burg in Friedberg hat uns dann etwas entschädigt, das Eis war mittelmäßig gut. Schön auch die Gradierwerke in Bad Nauheim, auch wenn sie noch nicht an sind – aber nicht ganz so schön wie in Bad Kreuznach. Auch der Kurpark war nett und der nachfolgende Abschnitt an der Usa hat mir auch gut gefallen.
Von Ostheim ging es mit der RB nach Friedberg und der S-Bahn zurück nach Okarben.
8. Etappe: Ostheim nach Lich
Wir sind in Ostheim am Bahnhof - dort kann man kostenlos parken - gestartet und dann ging es den Schildern nach mit Ziel Lich. Nieder-Weisel, Rockenberg und Münzenberg lagen auf unserem Weg. Die Strecke ist sehr asphaltastig, es geht ca. 2/3 des Weges über Radwege (ich habe mir mein Rad herbeigesehnt) - immer schön geradeaus, damit man auch schon drei Kilometer vorher sehen kann, wie viele Rapsfelder noch kommen.
Einen schönen Abschnitt gibt es bei Münzenberg durch das "Felsenmeer" und die letzten Kilometer am Ende der Tour, wenn man nach Lich kommt.
Trotzdem gibt es natürlich viel Sehenswertes auf der Tour - allem voran die Burgruine Münzenberg. Die 3,50 € Eintritt sollte man investieren und auf den Turm steigen.
Einkehrmöglichkeiten waren überschaubar und das Eis gab es erst am Ende in Lich.
Von dort ging es dann zurück mit der Bahn nach Ostheim - etwas umständlich, da wir erst nach Gießen mussten, dort 40 Minuten Aufenthalt hatten und dann erst nach Ostheim fahren konnten.
Das war dann tatsächlich die bisher längste Tour in diesem Jahr, aber dafür mit so gut wie keinen Höhenmetern. Wenn wir uns nicht vorgenommen hätten, irgendwann den kompletten Lutherweg gemacht zu haben, wären wir diese Strecke vermutlich eher nicht gegangen.
9. Etappe: Lich nach Grünberg
Mit dem Deutschlandticket ging es nach Lich und dann immer den Schildern nach Richtung Grünberg. Eine unspektakuläre und entspannte Strecke über Asphalt, mit wenig Wald und vielen Feldern. Wir kamen dann auch an dem Punkt, wo die West- und Ostroute wieder zusammentreffen - wir hatten die Westroute gewählt.
Wir hatten kurz überlegt noch bis Mücke weiter zu gehen, es hätte vermutlich bis zum letzten Zug noch gerade gereicht, aber da hätte nichts dazwischen kommen dürfen. So gab es noch ein leckeres Eis in Grünberg und einen kleinen Stadtbummel. Die An-und Abfahrt haben jeweils 2.5 Stunden ab Riedstadt gedauert, aber zumindest hat alles geklappt.
Nun wird es echt langsam schwierig mit den Planungen, da müssen wir dann doch Hotelübernachtungen einplanen.
10. Etappe: Grünberg nach Ermenrod
Wir sind mit dem Auto nach Ermenrod und von dort mit dem ALT (Anruflinientaxi) zunächst nach Ulrichstein. Mit dem nächsten ALT ging es zum Bahnhof Mücke und mit der RB nach Grünberg. Dort haben wir vor ein paar Wochen unsere 9. Etappe beendet. Es hat alles super geklappt, aber am Wochenende fährt das Taxi nur alle 2 Stunden, da muss man dann schon etwas planen. Ab dem Bahnhof sind wir dann immer der super ausgeschilderten Strecke gefolgt. Es ist keine Etappe mit vielen Highlights, aber angenehm und entspannend. Über Lehnheim ging es nach Mücke und weiter nach Merlau - hier gab es nicht nur ein leckeres Eis sondern auch einen Pilgerstempelkasten, in dem wir Briefwahlunterlagen gefunden haben - wir haben sie natürlich ordnungsgemäß in den dafür vorgesehenen Briefkasten 30 Meter weiter geworfen. Über Ilsdorf und Ruppertenrod ging es nach Ober-Ohmen und zurück nach Ermenrod zu unserem Auto. Von dort sind wir dann nach Groß-Felda in unser Hotel.
Viele schöne Kirchen, die teilweise geöffnet waren, viele tolle Rastplätze mit Weitblicken.
11. Etappe: Alsfeld nach Ermenrod
Hurra, wir haben nun über 2/3 des Lutherwegs 1521 bei traumhaften Wanderwetter geschafft. Nachdem wir gestern von Grünberg nach Ermenrod gewandert sind und in Groß-Felda übernachtet haben, ging es heute weiter. Die Etappe Ermenrod-Alsfeld stand auf dem Programm. Um nicht so abhängig von den wenigen Verbindungen mit dem ALT (Anruflinientaxi) zu sein, haben wir diese Etappe allerdings umgedreht und sind zuerst nach Alsfeld gefahren. Dort ging es am Bahnhof los und wir sind brav den Schildern nach Ermenrod gefolgt. Ich hatte die Tour vorher bei Komoot mal eingegeben, da waren es ca. 22 km - als ich die Schilder mit 25,5 km gesehen habe, war ich nicht ganz begeistert, aber nützte ja nichts. Vorweg: es war eine tolle Etappe, vielleicht die Schönste bisher, aber es war auch anstrengend, denn es waren nicht nur mehr Kilometer sondern auch mehr Höhenmeter als geplant. Es gab keine schlimmen Steigungen, denn knapp 500 Hm sind bei 25 Km ja nicht so viel, aber meine Beine fanden es nach der gestrigen Tour dann irgendwann doch nicht mehr so lustig und 500 HM sind 500 HM und bleiben es, die Länge der Strecke macht es dann nicht besser. Alsfeld haben wir uns nur am Rande angeschaut, da kommen wir ja noch mal hin - aber die ersten Kilometer am Stadtrand und durch den Park bis zum Schloss und in der Kirche in Altenburg waren schon mal klasse. In der Kirche war gerade Gottesdienst, da konnten wir nicht rein. Weiter ging es über Liederbach und Romrod. Das Schloss ist ebenfalls klasse - hier kann man auch heiraten etc. - die Kirche war leider ebenfalls verschlossen. Weiter ging es durch Wälder, Wiesen und Feldern, vorbei an Weihern, mal hoch und mal runter mit immer wieder tollen Aussichten. Die tolle große Aussichtsbank, der Feldataler Feen- und Wichtelweg, die Bäckerei in Alsfeld, die Bilder von Luther hatte - ich kann gar nicht alles aufzählen.
Schön wars, auch wenn ich froh war, als wir am Auto waren und die Heimreise antreten konnten.
Es bleiben nur noch ca. 120 km und die nächsten Etappen haben erstmal supergute Verbindungen mit dem ALT.
12. Etappe: Grebenau nach Alsfeld
Die Wartburg rückt näher, es sind nur noch 5 Etappen.
Die offiziell 16. Etappe war unsere 12., die eigentlich von Alsfeld nach Grebenau führt. Auf Grund der Busverbindungen haben wir uns allerdings entschieden, auch dieses Mal andersherum zu laufen. Wir haben unser Auto am Hotel in Alsfeld abgestellt und los ging es zum Bahnhof, um mit dem Bus X33 nach Grebenau KSK zu fahren.
Im Rother Wanderführer trägt die Strecke die Überschrift: Entlang der Gründchenbahn durchs Schlitzer Land.
Nach einem kurzen Abstecher zur Kirche, die wir morgen allerdings wieder sehen werden, ging es los auf den gut beschilderten Lutherweg Richtung Alsfeld. Winterwonderland trifft es - die sonst vermutlich nicht so spannenden Wege waren einfach traumhaft schön - führten durch Wälder und durch Felder. Der glitzernde Schnee, die Sonne - was will man mehr. Aber: alles toll, wenn die Wege geräumt oder gespurt waren, aber die ca. 7 KM durch den hohen Schnee haben mich echt gefordert. Ich Trottel hatte meine Stöcke im Auto gelassen und meine Stulpen zuhause. Das Highlight heute war die Winterlandschaft.
13. Etappe: Niederaula nach Grebenau
Heute stand die offiziell 17. Etappe von Grebenau nach Niederaula auf dem Programm - unsere 13. Etappe. Auch heute haben wir wieder die Richtung gewechselt, um nicht auf die Busse angewiesen zu sein, die am Wochenende nur alle 2 Stunden fahren. Also ging es nach Grebenau, von dort mit dem Bus X33 nach Niederaula und von dort auf dem Lutherweg zurück nach Grebenau. Wieder war alles weiß und wieder hat es die Sonne geschafft, alles in eine traumhafte Landschaft zu verwandeln. Bis ca. KM 12 war fast alles gespurt, anspruchsvoll wurde es dann auf dem Weg zur Burg Herzberg. Hier ist übrigens der höchste Punkt des Lutherweges.
Zum Glück hatte ich dieses Mal die Stöcke dabei, sonst hätte ich wohl echt Probleme bekommen. 4 KM durch den Schnee im Wald zur Burg - dort erstmal einen Glühwein getrunken und eine Flasche Lutherwein erstanden. Nur noch 5 km zurück zum Auto in Grebenau, - nur!! Schon nach wenigen hundert Meter mussten wir wieder in den Tiefschnee und irgendwann wurde es dann auch leicht dämmerig. Aber wir haben es geschafft, heil im Dunklen zum Auto zurück zu kommen. Wieder eine schöne Winterwanderung, die allerdings auch heute wieder anspruchsvoll war. Nun sind es nur noch 4 Etappen bis zur Wartburg.
14. Etappe: Niederaula nach Bad Hersfeld
Beim Aufstehen war ich mir noch nicht sicher, ob es tatsächlich was wird mit der geplanten 3. Etappe für unser
Lutherwegwochenende- die offiziell 18. Etappe von Niederaula nach Bad Hersfeld. Diese Etappe trägt die Überschrift:
Im Knüllgebirge zum "Salzburg des Nordens". Wind, Regen und Matsch(klar nach den Plusgraden) war angekündigt.
Aber wir sind natürlich los. Mit dem Auto vom Hotel nach Niederaula und dann immer der Markierung des Lutherweges
folgend bis nach Bad Hersfeld. Der einzige Anstieg der Etappe war zum Glück am Anfang. Der Wind war nicht so
schlimm und er kam von hinten. Von oben blieb es trocken bis auf etwas Niesel am Ende. Aber nach 4 km hatte ich
nasse Füße. Schneematsch und Wasser und Eis, das war zu viel für meine Schuhe. Da man sich ziemlich auf den
Weg konzentrieren musste, ist es nicht so aufgefallen, dass diese Etappe ziemlich langweilig ist. Aber wir sind ja auf
einem Pilgerweg, nicht auf einer Sightseeing Tour. Also Kopf nach unten und auf Eis, Pfützen, Matsch und sonstiges
achten. Zum Glück war der 2. Teil der Tour asphaltlastig (im Vogelsbergkreis scheint es übrigens keine Räumpflicht
zu geben, die Bürgersteige waren überwiegend nicht begehbar) - der Schnee war schon weg und den Rinnsälen
konnte man ausweichen. Von Bad Hersfeld ging es dann mit dem Bus zurück nach Niederaula. Das war kein
wirkliches Wanderhighlight heute - eher Augen zu und durch. Aber nun sind es nur noch 3 Etappen bis zur Wartburg.
15. Etappe: Friedewald nach Bad Hersfeld
Unsere drittletzte Etappe des Lutherwegs von Friedewald nach Bad Hersfeld. Zunächst ging es mit daem Auto nach
Bad Hersfeld und dann mit dem Bus 300, der stündlich fährt, in 20 Minuten nach Friedewald. Und hier sind wir direkt
ab der Bushaltestelle auf den Lutherweg gestartet. Das Highlight kam direkt am Anfang - die Wasserburg mit Schlosspark.
Das war es dann aber auch schon fast: kilometerlange Waldautobahn durch den Seulingswald. Ein ganz nettes Kathuser
Seeloch und ein für Kinder schön gemachter Erlebnispädagogik mit Solzi.Solidarität. Die letzten 3 km durch das Gewerbegebiet
von Bad Hersfeld, es gab nicht mal einen Bürgersteig und entlang der vielbefahrenen Straßen und unendlichen Baustellen.
Aber das Hotel ist schön und das Essen beim Inder war sehr lecker. Jetzt hoffen wir, dass die letzten 2 Etappen, die jeweilsüber 25 km haben, etwas abwechslungsreicher werden. 


16. Etappe: BerkaWerra nach Friedewald
Die vorletzte Etappe des Lutherwegs - unsere 16. Wir sind von Friedewald mit dem Bus nach BerkaWerra Mitte -
einmal mussten wir umsteigen, hat aber alles gut geklappt. Auf Grund der Zeiten des ÖPNV haben wir uns wieder für die
umgekehrte Richtung entschieden. Und los ging es immer entlang der Lutherwegschilder. Der Anfang war schon deutlich
besser als gestern, schöne Wege, dann entlang der Werra und immer die Kaliberge im Blick. Am Hexentanzplatz wurde es dann
leider schlagartig weniger spannend. Viel Asphalt, viel Schotter und Waldautobahnen. Bei KM 18 wollten wir eigentlich die
2. Rast machen. Hm, keine Rastmöglichkeiten mehr und viele dunkle Wolken. Wir uns weiter durchgeschlagen bis 3.5 km
vor Ende. RYndlich - eine Lutherbank. Aber nun fing es an zu regnen, schnell aufgegessen und Augen zu und durch bis
Friedewald zum Auto. Das war heute schon körperlich eine Herausforderung, zumal ich mit einer beginnenden
Erkältung kämpfe. Aber die letzten 25 km morgen werden wir auch noch schaffen.



Letzte Etappe: BerkaWerra nach Eisenach
Geschafft!!!! Die letzte Etappe des Lutherwegs 1521 führt von BerkaWerra nach Eisenach auf die Wartburg.
Mit dem ÖPNV ging es zum Startpunkt und dann auf Luthers Spuren auf die Wartburg. Ich war schon ein paar Mal hier,
aber dieses Mal war die Ankunft natürlich eine ganz Andere und Besondere- nach ca. 400 km und 17 Etappen, verteilt auf 4 Jahre. 



Alle Etappen mit KM-Angaben findet ihr auch bei Komoot: Lutherweg

